+++ Arbeitslosigkeit gesunken / Arbeitskräftenachfrage angezogen +++ Viele Jugendliche beginnen mit schulischer oder betrieblicher Ausbildung +++ Start vieler Qualifizierungsmaßnahmen +++

Im September ist die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven um 1,7 Prozent oder 455 Personen gesunken: 26.339 Frauen und Männer waren bei den Geschäftsstellen der Arbeitsagentur und den Jobcentern arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen um 2,3 Prozent oder 633 Personen niedriger. Die Arbeitslosenquote, berechnet auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen, beträgt im September 6,6 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote bei 6,8 Prozent.
„Im September hat es die saisonal typischen Entwicklungen gegeben: Die gute Arbeitskräftenachfrage hat zu vielen Einstellungen zuvor arbeitsloser Personen geführt. Darüber hinaus haben Jugendliche mit schulischen und betrieblichen Ausbildungen begonnen und der Beginn arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen hat den Arbeitsmarkt zusätzlich entlastet“, sagt Dr. Thorsten Müller, Leiter der Arbeitsagentur Oldenburg-Wilhelmshaven. „Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind derzeit sehr gut. Der Stellenbestand liegt mit 6.256 offenen gemeldeten Stellenangeboten fast ein Drittel über dem Vorjahr.“
Die Arbeitgeber der Region haben im September 1.881 Stellen gemeldet. Den höchsten Stellenbestand gibt es im Monat September in der Zeitarbeit (2.319), gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen (740), Einzelhandel (598), Baugewerbe (470) und dem Gastgewerbe (411).

Entwicklung nach Rechtskreisen
Bei den Geschäftsstellen der Arbeitsagentur (Sozialgesetzbuch III / Arbeitslosengeld I) waren im Berichtsmonat 7.642 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, das sind 190 Personen oder 2,4 Prozent weniger als im August. Im Vergleich zum Vorjahr hat hier die Arbeitslosigkeit um 295 Personen bzw. 4,0 Prozent zugenommen.
Die Jobcenter betreuen Menschen in der steuerfinanzierten Grundsicherung nach dem Sozialgesetzbuch II (Auszahlung von Arbeitslosengeld II). In den sieben Jobcentern des Agenturbezirks ist die Arbeitslosigkeit im Vormonatsvergleich um 265 oder -1,4 Prozent auf 18.697 Personen gesunken. Hier sind 928 Personen bzw. -4,7 Prozent weniger arbeitslos als im September des Vorjahres.

Entwicklung nach Personengruppen
Bei den unter 25-jährigen ist die Zahl der Arbeitslosen im September um 195 Personen oder 6,3 Prozent zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr ist ihre Zahl um 17 gesunken, das ist ein Minus von 0,6 Prozent. Hintergrund ist der Ausbildungsbeginn am 1. September und zum anderen die erfolgreiche Jobsuche frisch ausgebildeter Fachleute.
Im September sind 5.330 Ausländerinnen und Ausländer im Bezirk arbeitslos gemeldet. Rund jede fünfte arbeitslose Person hat eine ausländische Staatsangehörigkeit (20,2 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr ist ihre Zahl um 1.101 oder 26,0 Prozent gestiegen. Dieser Anstieg ist vor allem auf die wachsende Zahl der als arbeitslos registrierten Flüchtlinge aus Ländern des Nahen Ostens zurückzuführen.

Arbeitslosigkeit von Geflüchteten
Zum 30 Juni 2016 lag erstmals eine Statistik vor, die die Gruppe der geflüchteten Frauen und Männer ausweist. Demnach waren 2.030 Geflüchtete im Agenturbezirk bei den Jobcentern bzw. der Arbeitsagentur im September 2016 als arbeitslos gemeldet. Das sind 7,7 Prozent aller Arbeitslosen im Agenturbezirk. Weitere 2.149 sind nicht arbeitslos gemeldet, sondern werden als arbeitssuchend geführt: Sie befanden sich in Integrationskursen, Qualifizierungsmaßnahmen oder waren erwerbstätig und suchten zugleich eine Stelle.

Offene Stellen
Im September meldeten die Arbeitgeber 1.881 freie Stellen neu zur Besetzung, das sind 77 oder 4,3 Prozent mehr als im Vormonat. Der Bestand offener Stellen liegt aktuell bei 6.256, das sind 1.466 oder 30,6 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Unterbeschäftigung
Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl werden die Angaben zur Unterbeschäftigung veröffentlicht. Dazu zählen die Arbeitslosen sowie zusätzlich Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber ohne Beschäftigung sind, zum Beispiel Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Fortbildungsmaßnahmen2 und in Integrationskursen.
Die Unterbeschäftigung umfasste im September nach vorläufigen Angaben 35.694 Frauen und Männer. Das sind 108 Personen oder 0,3 Prozent mehr als im Vormonat und 1.168 bzw. 3,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigungsquote liegt bei 8,8 Prozent, vor einem Jahr betrug die Quote 8,5 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosen an allen Unterbeschäftigten beträgt 73,8 Prozent; im September 2015 lag er bei 78,1 Prozent.

Ausbildungsmarkt
Die Bilanz zum Ausbildungsjahr 2015/16 ziehen die Partner am Ausbildungsmarkt am 2. November um 11 Uhr in Rahmen eines Pressegesprächs in der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven.
In diesem Monat gibt es keine Berichterstattung zum Ausbildungsmarkt.