Mit dem Erhalt von rund 40 Arbeitsplätzen am Firmenstandort von Thales in Wilhelmshaven rechnet Oberbürgermeister Andreas Wagner auch über 2018 hinaus. „Das ist mit Blick auf den bevorstehenden Umzug des Geschäftsbereichs Entwicklung nach Kiel zwar nur ein schwacher Trost, aber immerhin ein kleiner Lichtblick“, fasst Wagner nach einem Gespräch mit Thomas Schwonke zusammen. Der Geschäftsbereichsleiter Naval Systems Deutschland hatte zwei Monate nach Bekanntwerden der Pläne der Thales Group die Stadtverwaltung nun persönlich über das Vorhaben des Konzerns informiert.
 
„Wir sind dem Unternehmen in der Vergangenheit immer wieder sehr entgegengekommen und haben als Vermieter des Gebäudes vieles ermöglicht, das nicht selbstverständlich ist“, so Wagner. „Dass wir von der Konzernleitung vor vollendete Tatsachen gestellt und in die Entscheidungsfindung nicht einbezogen worden sind, ist alles andere als glücklich gelaufen.“ Das Gespräch mit Thomas Schwonke habe aber zumindest für Aufklärung gesorgt, so der Oberbürgermeister weiter. „Die Entscheidung der Konzernzentrale wurde allein aus wirtschaftlichen Gründen zugunsten des größeren Standorts in Kiel gefällt, wo aktuell gut doppelt so viele Mitarbeiter beschäftigt sind. Das ist für Wilhelmshaven bitter, zumal wir als größter Marine- und Bundeswehrstandort einen der großen Auftraggeber von Thales direkt vor Ort haben.“ Das wechselhafte Investitionsverhalten aus dem Verteidigungssektor habe allerdings schon in den vergangenen zehn Jahren zu einer Halbierung der Arbeitsplätze am Standort Wilhelmshaven geführt. Von ehemals über 160 Arbeitsplätzen sind aktuell noch rund 80 vorhanden. Nun drohe nach Angaben von Schwonke aufgrund der rückläufigen Auftragslage die „kritische Masse“ unterschritten zu werden, weswegen die Konzernleitung die beiden Standorte Wilhelmshaven und Kiel innerhalb der Konzernstruktur optimieren wolle.
 
Als positives Signal wertet es Oberbürgermeister Andreas Wagner, dass Wilhelmshaven mit dem Verbleib der Einheiten mit intensivem Kundenkontakt und dem Ausbau als Servicecenter nach wie vor eine Rolle im Thales-Konzern spielen wird. „Die Planungen werden in den kommenden Wochen und Monaten zeigen, wie es für den Standort hier konkret weitergeht.“ Dabei sei allerdings schon jetzt klar, dass das Unternehmen neue Räumlichkeiten suchen werde, da der bisherige Unternehmensstandort für die verbleibenden Mitarbeiter zu groß sei. „Wir werden Thales bei der Suche nach besten Kräften unterstützen“, so Wirtschaftsförderer Jürgen Janßen. Dass man für das Gebäude am Südstrand eine ansprechende Nachnutzung finden wird, steht für die Vertreter der Stadt außer Frage. „Das tolle Gebäude in dieser prominenten Lage wird sicherlich gut zu vermarkten sein. Bis Thales ausziehen wird, haben wir genügend Zeit, Ideen zur Nachnutzung zu entwickeln.“