Einweihungsfeier in Wilhelmshaven im Rüstersieler Groden

„Normalerweise feiern wir unsere Einweihungen immer auf der Kaianlage, wie man es von einer Hafengesellschaft auch erwarten darf“, begrüßt Holger Banik, Geschäftsführer der Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG (NPorts) und der JadeWeserPort Realisierungs GmbH & Co. KG seine Gäste im Rüstersieler Groden. Am Samstag war die Szenerie aber eine andere. Umgeben von Kohlebergen und Güterwaggons weihte die Hafengesellschaft gemeinsam mit dem niedersächsischen Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Olaf Lies und dem Logistikunternehmen Rhenus Midgard eine neue Gleisanlage ein. „Der Hafenstandort Wilhelmshaven gehört zu den größten Energie-Drehscheiben Europas. Mit einer modernen Hafenbahn knüpfen wir direkt im Hafen die Anbindung an das Hinterland“, so Banik weiter.
Die Maßnahmen zum Ausbau der Bahnanlagen in Deutschlands einzigem Tiefwasserhafen waren im Oktober 2015 gestartet. Innerhalb von nur zehn Wochen wurden 1.530 Meter Gleise und fünf Weichen erneuert. Im zweiten Schritt erfolgte dann die Gleiserweiterung um 1000 Meter durch Weichenumlegungen und Gleisverlängerungen. Anschließend werden noch in diesem Jahr fünf elektrisch ortsgestellte Weichen (EOW) installiert, die die Arbeit der Triebfahrzeugführer enorm erleichtern sollen. Künftig können diese ihren Fahrweg über eine aufgeständerte Stelltafel einstellen. Die Kosten der Baumaßnahmen in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro wurden durch Investitionsmittel der Hafengesellschaft Niedersachsen Ports, durch Bundesmittel und über die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG) finanziert.
„Aktuelle Wachstumsprognosen machen deutlich, wie wichtig eine starke Hinterlandanbindung für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Seehäfen ist. Mit den jetzt durchgeführten Maßnahmen schaffen wir im Rüstersieler Groden moderne und ausreichende Gleiskapazitäten, um wachsende Umschlagmengen reibungslos abfertigen zu können. Einen weiteren Schub und Standortvorteil wird die Elektrifizierung des Rüstersieler Groden im Zuge der Modernisierung der gesamten Bahnstrecke Oldenburg – Wilhelmshaven geben. Investitionen in die Hafeninfrastruktur und verkehrliche Anbindung unserer Häfen sind Investitionen in die Zukunft“, sagte Minister Olaf Lies.
Durch den Ausbau der Umschlaganlage Bulk Terminal Wilhelmshaven (BTW, auch Niedersachsenbrücke genannt) und die Möglichkeit, dort die weltweit größten Kohlefrachter abzufertigen, sind auch die Anforderungen an die Bahnanlagen gestiegen. Hinzu kommt der in den nächsten Jahren erwartete Anstieg des Kohleumschlags in Wilhelmshaven. Der Logistikdienstleister Rhenus Midgard, für den der Kohleumschlag seit 40 Jahren ein wichtiges Standbein in Wilhelmshaven darstellt, hat mit eigenen Investitionen eines der leistungsfähigsten Kohleterminals Europas geschaffen. „Durch die effektivere Hinterlandanbindung können wir nun gemeinsam mit NPorts unser kurzfristiges Ziel von fünf Millionen Tonnen Kohle Jahresumschlag erreichen“, freut sich Matthias Schrell, Geschäftsführer von Rhenus Midgard in Wilhelmshaven.
 
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Von links: Holger Banik (Geschäftsführer Niedersachsen Ports), Holger Ansmann (Mitglied des Niedersächsischen Landtags), Mathias Lüdicke (NPorts Niederlassungsleiter Wilhelmshaven), Andreas Wagner (Oberbürgermeister Stadt Wilhelmshaven) und Olaf Lies (Niedersächsicher Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr).
Foto: Andreas Burmann/NPorts