Header fussball regional 468px
Zum ersten Auftritt im heimischen Jadestadion hat sich der SV Wilhelmshaven gleich ein dickes Brett eingeladen, denn mit dem Brinkumer SV kam immerhin der letztjährige Vizemeister der Bremen-Liga an die Jade. Beim SVW fehlten noch einige Akteure, Malte Wobbe, Daniel Oleksyn, Jakub Kurszawa, und Robin Krey sind abwesend oder noch nicht ganz fit, bei Ionut Enache stehen die Zeichen nach dessen Kommunikationsboykott mit dem SVW wohl auf Trennung.
Die Gäste zeigten dann auch gleich, dass sie sich keinesfalls vom SVW überraschen lassen wollen und gingen durch den in der ersten Halbzeit auffälligsten Gästeakteur Kai Tönsmeyer mit 1:0 in Führung. Nachdem sich die neue SVW-Innenverteidigung mit Dario Fossi und Melvin Lamberty, der als einer von zwei Neuzugängen in der Startelf stand, noch sortierte, zog der flinke Bremer Mittelfeldakteur aus 18 Metern trocken ab und überwand Germain Boeke im SVW-Gehäuse. Doch die Gastgeber konterten bereits 60 Sekunden später, Habib Haliti schlug einen Freistoß vor das Bremer Gehäuse und da Freund und Feind verpassten, fand das Spielgerät den Weg ins Tor. Danach aber verflachte die Partie, der SVW hatte sich defensiv gefunden und überließ den Bremern danach sehr gastfreundlich das Mittelfeld. Daraus konnten die Gäste aber kein Kapital schlagen und so entwickelte sich in den nächsten 35 Minuten ein typischer Sommervorbereitungskick. Erst in der 40. Minute startete der Gastgeber einen vielversprechenden Angriff über die rechte Seite, Habib Haliti zog den Ball fein auf den am langen Pfosten postierten Agon Hasani und dessen Direktabnahme verfehlte den Brinkumer Kasten nur knapp. Zwei Minuten später tanzte der SVW-Kapitän Haliti mit der Brinkumer Abwehr Walzer, zog aus 16 Metern mit links ab und zwang BSV-Keeper Mathis Peters zu einer Glanztat. Wieder eine Minute später hatte dieser Glück und war mit dem Aluminium im Bunde als Florian Janssen einen Fossi-Pass in die Spitze antizipierte, allein aufs Brinkumer Tor zusteuerte und mit einem feinen Heber am Aluminium der Brinkumer scheiterte. Das war dann zunächst das letzte Highlight, nach 45 Minuten pfiff der umsichtig leitende Schiedsrichter Alexandro D’Andrea zur Halbzeit.
Die Geschichte der 2. Halbzeit ist relativ schnell erzählt, gehörte ihr die Zeit der Wechselspiele. Während die Gäste fast ein komplett neues Team stellten, wechselte der SVW zunächst nur auf fünf Positionen. Einer dieser Wechsel stach gleich in der 57. Minute, Rückkehrer Johannes Wielspütz spielte einen Zuckerpass auf der linken Seite genau in den Lauf von Hilat Undav und der Linksverteidiger zündete den Turbo und schloss zum 2:1 ab. Die Gäste waren geschockt, erst in der 63. Minute hatte der BSV eine richtig gute Torchance, doch Marcel Westermann fischte den Freistoß von Kevin Gibek überragend aus dem unteren Toreck. Nur zwei Minuten später traf Agon Hasani erneut Bremer Aluminium mit einem strammen Schuss aus 22 Metern. Das war es dann aber auch an erwähnenswerten Szenen offensiver Natur bis zur 86. Minute, zu stark war der SVW in der Defensive für den Bremen-Ligisten, denen gegen gut stehende Wilhelmshavener nichts einfiel. Vier Minuten vor dem Ende dann sorgte Johannes Wieslpütz für die endgültige Entscheidung als er einem langen Ball einfach hinterher lief, Inouss Bourai Toure düpierte und zum 3:1-Endstand vollstreckte. „Für zwei Trainingseinheiten können wir super zufrieden sein, ich glaube, wir haben eine überzeugende Leistung abgegeben und unsere Neuzugänge haben noch lange nicht alles gezeigt. Wir sind gut dabei und das heutige Spiel mit der gesamten Leistung stimmt mich für die Saison optimistisch“, so ein restlos zufriedener Norbert Herrmann nach diesem nicht zu erwartenden Sieg gegen den klassenhöheren Brinkumer SV.

Bericht: Rolf Oppenländer